Eine Rapsblüte

Brassica Napus – Raps

wertvolle goldene Ölpflanze
hoher Anspruch an Feldhygiene
kämpft häufig mit Pilzkrankheiten

Wissenswertes


Raps gehört zur Familie der Kreuzblütler und spielt im Anbauplan vieler Landwirte eine wichtige Rolle, da er einen hohen monetären Vorfruchtwert erzeugen kann. Allerdings kommt die schöne gelbe Ölpflanze mit wenig Selbstverträglichkeit daher und ist somit besonders anfällig für Krankheiten wie Weißstängeligkeit oder Wurzelhals- und Stängelfäule. Bekämpft man die Ursachen dieser Krankheiten nicht mit wirksamen Maßnahmen, kann das Ertragsniveau erheblich sinken.

Altraps und Durchwuchsraps

Passt man nicht auf, können einem beim Rapsanbau auch Altraps und Durchwuchsraps zum Verhängnis werden. Altraps hält Infektionsketten aufrecht und verkürzt die Anbaupause in der Fruchtfolge. Durchwuchsraps dagegen führt zu einem zu dichten Bestand und kann so die Qualität der Ernte maßgeblich verschlechtern. Es wird also deutlich: Raps ist eine anspruchsvolle Pflanze, die einige
Herausforderungen bietet, die es zu meistern gilt.

Ausfallraps

Selbst wenn die Rapsernte unter idealen Bedingungen stattfindet, gibt es immer Verluste beim Ertrag. Wird der Raps zu spät geerntet oder kommt ein Unwetter in die Quere, können diese Verluste sogar recht hoch ausfallen.

Ruhestörung

Nach der Aussaat begeben sich die Rapskörner in eine primäre Keimruhe (Dormanz), die mit verschiedenen Tricks gestört werden muss, um die Körner zum Keimen zu bewegen. Die besten Keimverhältnisse für die kleinen Rapskörner werden geschaffen, wenn sie nah an der Oberfläche liegen und nicht zu tief vergraben werden.
Werden die Samen dagegen zu tief vergraben, fallen sie in eine sekundäre Keimruhe (Quieszenz oder sekundäre Dormanz). Sie brauchen dann noch länger um zu Keimen und treten in Folgekulturen als lästiger Durchwuchsraps auf. Sehr tief vergrabene Rapskörner können bis zu 10 Jahre keimfähig bleiben.

Was kann man dagegen tun?

Mulchen! Der Mulcher saugt Körner vom Boden auf, zerkleinert die Ernterückstände und drückt sie wieder an. Da der Mulcher nicht in den Boden eingreift, werden die Samen dabei auch nicht zu tief in die Erde eingedrückt und die sekundäre Keimruhe somit verhindert.
Ein weiterer Pluspunkt: auch sogenannte Gummischoten werden geöffnet, sodass die ansonsten unreifen Samen optimal unter der Mulchauflage keimen können.

Sklerotina, Phoma und andere Pilzkrankheiten

Die Rapspflanze ist leider auch nicht besonders resistent gegen Pilzkrankheiten jeglicher Art. Pilzliche Dauerkörper, sogenannte Sklerotien, können bis zu 10 Jahren im Boden überdauern und den Rapsbeständen langfristig Schaden zufügen. Zwar gibt es Fungizide, um solche Pilze zu
bekämpfen, diese sind allerdings in Bezug auf den Bienenschutz sehr umstritten.

Der Mulcher als Allzweckwaffe – auch gegen Pilze

Durch das Mulchen werden Erntereste zerkleinert und der Rottevorgang beschleunigt. Außerdem werden die Rapsstängel zerfasert und größere Mikroorganismen können die offen liegenden Sklerotien angreifen und bekämpfen.

Bodenbearbeitung

Mulchen bietet zudem Vorteile für die neue Aussaat nach der Rapsernte. Durch das intensive Zerkleinern der Erntereste können diese nicht mehr zu Verstopfung oder einer schlechten Ablage der neuen Saat führen. Der Raps hat bis zu seiner Ernte nahezu ein ganzes Jahr hart gearbeitet und eine optimale Bodenstruktur für die Folgefrucht geschaffen, die durch das Mulchen nicht zerstört wird. Das macht einen zweiten Stoppelsturz nach dem Mulchen möglich, eine ultraflache Bodenbearbeitung ohne Glyphosat wird praktikabel.

Mulchen beginnt mit M – wie Müthing!